Digitale Vernetzung für eine bessere Versorgung von Krebspatienten in Ostbayern (07/2018)

(Nr. 201) Die BioPark Regensburg GmbH, ein Unternehmen der Stadt Regensburg, hat mit der Umsetzungsphase für den „Masterplan Gesundheitswirtschaft“ in der Region Regensburg begonnen. Innerhalb der Anfang des Jahres gestarteten „Digital Health Initiative Regensburg“ trafen sich im BioPark Akteure des vom Universtätsklinikum Regensburg koordinierten „Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO)“, um über Lösungen für den elektronischen Austausch der medizinischen Bilddaten und Bedundberichte von Krebspatienten zwischen den gemeinsam betreuenden Kliniken und Ärzten der Region zu sprechen. Der schnelle, einfache und sichere Austausch dieser Patientendaten ist eine wichtige Grundlage für eine multiprofessionelle und interdiziplinäre Versorgung der Patienten in ganz Ostbayern.

Im Ende 2017 präsentierten „Masterplan Gesundheitswirtschaft“ (siehe auch Pressemitteilung Nr. 191) wurden bei den Handlungsempfehlungen im Kapitel „Digitalisierung und E-Health“ unter anderem digitale Lösungen für die regionale Gesundheitsversorgung angeregt. Hieraufhin startete der BioPark seine „Digital Health Initiative Regensburg“ (siehe auch Pressemitteilung Nr. 195). Eines der ersten möglichen Projektpartner ist das „Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO)“, welches als klinische und wissenschaftliche Einrichtung die interdisziplinäre onkologische Krankenversorgung, Forschung sowie Aus- und Weiterbildung in Ostbayern koordiniert.

„Zentrales Anliegen des CCCO ist es, allen Tumorpatienten eine auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende, personalisierte und qualitativ hochwertige Tumormedizin zugänglich zu machen“, erklärte Prof. Tobias Pukrop vom Universitätsklinikum Regensburg (UKR), der das CCCO leitet. Unter der Federführung des UKR und des Caritas-Krankenhauses St. Josef kooperieren im CCCO universitäre Kliniken, Institute, Abteilungen und interdisziplinäre Zentren mit einem regionalen Netzwerk aus Akut- und Rehabilitationskliniken, niedergelassenen Ärzten und Praxen, Pflege-, Palliativ- und Hospizdiensten sowie Selbsthilfegruppen und Therapeuten im gesamten ostbayerischen Raum von Niederbayern bis Oberpfalz.

Die Patienten des CCCO wechseln während ihrer Behandlung oft zwischen den verschiedenen oben genannten Versorgungseinrichtungen hin und her. Dabei müssen auch die medizinischen Daten der Patienten und insbesondere die Bilddaten von einem Arzt zum anderen gelangen. „Leider ist der Patient häufig schneller beim weiterbehandelnden Arzt als seine Behandlungsdaten sowie MRT-, CT- oder Röntgenbilder“, so Prof. Pukrop weiter. „Denn derzeit können wir oft nur den Briefpostweg nutzen, um die Informationen sicher zum Kollegen zu schicken. Es fehlt eine flächendeckende moderne digitale Vernetzungslösung und das wollen wir ändern. Das würde unseren Ärzten die gemeinsame Arbeit erleichtern und der Behandlung und Versorgung unserer Krebspatienten sehr nützen.“

Wie solch eine digitale Vernetzungslösung für die Region aussehen könnte, das diskutierten Vertreter verschiedener Netzwerkpartner des CCCO nun in einem Workshop, der am 21.6. im BioPark stattfand. „Mit der Initiative Healthcare Regensburg, managed by BioPark, haben wir einen Rahmen für die Akteure vor Ort geschaffen, aktuelle Themen der Gesundheitswirtschaft für die Region anzuschieben und zu unterstützen“, so Dr. Thomas Diefenthal, Geschäftsführer der BioPark Regensburg GmbH.

„Um nicht das Rad neu zu erfinden, haben wir Experten in den Workshop eingeladen, die Best-Practice-Beispiele, wie die Telehealth Plattform in Ostsachsen oder die aus einem früheren Modellprojekt in der Region hervorgegangene Lösung TKmed im Workshop vorgestellt haben“, erläuterte Dr. Oliver Müller, Moderator des Workshops, Autor der Standortanalyse von 2015 und Partner im Bereich Pharma & Health bei der Detecon International GmbH, der mit seinem Beratungsteam auch den Prozess zur Entwicklung des Masterplans unterstützt hatte.

„Wir wollen mit unseren Aktivitäten die Bildung eines Konsortiums anschieben, welches dann – ähnlich wie im Beispiel aus Ostsachsen – eine Strukturförderung aus EU-Mitteln beantragen kann“, ergänzte Dr. Ilja Hagen, Projektmanager Gesundheitswirtschaft im BioPark. Im Rahmen des Projekts „Förderung der Gesundheitswirtschaft in Regensburg / Cluster Gesundheitswirtschaft“ fördert der Freistaat Bayern die eigens hierzu geschaffenen zwei Stellen sowie Sachmittel für die ersten drei Jahre.

Workshop-Teilnehmer von links nach rechts : Heiko Smetak (RCI), Daniela Drube (Detecon), Atanas Igatov (Klinikum St. Josef), Wolfgang Börner (Uniklinikum Regensburg, UKR), Jonathan Sasse (Tumorzentrum Regensburg), Peter Weber (Telekom Healthcare), Julia Maurer (UKR), Judith Rehwald (UKR), Daniel Heudobler (UKR), Bernhard Heilmeier (Barmherzige Brüder, BHB), Michael Neske (Chili/Nexus), Sandra Windschüttl (UKR), Christian Rehm (BHB), Björn Schliekmann (Radiologie Dr. Neumaier), Tobias Pukrop (UKR/CCCO), Thomas Diefenthal (BioPark), Ilja Hagen (BioPark), Andreas Lienemann (Radiologie Mühleninsel), Jürgen Schmid (Klinikum St. Marien Amberg), Robert Dworschak (Kliniken Nordoberpfalz), Johannes Deininger (UKR), Susanne Leipelt (BHB), Alexander Straube (UKR), Mario Weidisch (Tagesklinik Dr. Vehling-Kaiser), Oliver Müller (Detecon)
 

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